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Trotz prognostiziertem Fahrgastzuwachs – Stillstand im ÖPNV

In der kommenden Ratssitzung sollen die Stadtverordneten die von den Stadtwerken Bonn (SWB) geplante Anschaffung von neuen Straßenbahnen beschließen. Investitionen in neue Fahrzeuge sind notwendig, weil sich die Lebensdauer der aktuellen Straßenbahngeneration dem Ende entgegen neigt. Im Ergebnis sieht die Empfehlung der SWB vor, weitestgehend auf Änderungen zu verzichten und die aktuellen Straßenbahnen Eins-zu-Eins zu ersetzen. Aus Sicht der Sozialliberalen ist dies aus mehreren Gründen unzureichend.

Um den zukünftigen Anforderungen an den öffentlichen Nahverkehr gerecht zu werden, wurden von den Stadtwerken hinsichtlich der geplanten Neuanschaffung von Straßenbahnen verschiedene Varianten anhand einer Kosten-Nutzen-Rechnung bewertet. Dabei wurden sowohl Änderungen des Liniennetzes als auch die Beschaffung von Fahrzeugtypen unterschiedlicher Länge und Breite in die Planungen einbezogen.

Momentan umfasst der Fuhrpark der SWB 24 sogenannter Niederflurbahnen, die auf den Linien 61, 62 und 65 eingesetzt werden. Zu den Hauptverkehrszeiten sind alle verfügbaren Straßenbahnen im Einsatz. Sobald eine Bahn aufgrund eines Defekts ausfällt, können nicht mehr alle geplanten Fahrten durchgeführt werden. Ursprünglich war von der SWB geplant, 29 neue Fahrzeuge anzuschaffen. Nach neuesten Planungen wurde die Zahl um drei Fahrzeuge verringert, was laut SWB jedoch ausreichend sein soll.

Die Fahrgastzahlen im öffentlichen Nahverkehr werden in Zukunft weiter steigen. Die Stadt Bonn wächst weiter und immer mehr Menschen steigen auf den ÖPNV um. Bereits jetzt stößt der ÖPNV, insbesondere in Straßenbahnen und zu Hauptverkehrszeiten, an seine Kapazitätsgrenzen. Dementsprechend müsste das Angebot weiter ausgebaut werden, um die Qualität zumindest zu erhalten. Es ist jedoch nicht geplant, breitere oder längere Fahrzeuge zu beschaffen oder die Taktfrequenz zu erhöhen, um zusätzliche Fahrgastkapazitäten zu schaffen. Ganz im Gegenteil: Durch den beabsichtigten Kauf von Bahnen mit mehr Türen und größeren Mehrzweckflächen (für Rollstuhlfahrer, Kinderwagen und Fahrräder) wird es zukünftig weniger Sitzplätze geben.

Da das Schienennetz, insbesondere an Knotenpunkten wie beispielsweise dem Hauptbahnhof, bereits jetzt an seiner Kapazitätsgrenze ist, ist eine Erhöhung der Taktfrequenz nur denkbar, wenn man Veränderungen im Liniennetz vornehmen würde. So sieht eine der von der SWB angedachte Variante beispielsweise vor, die Linie 62 von Oberkassel nach Ramersdorf zu verkürzen. Dies würde jedoch zu erheblichen Beeinträchtigungen für die Bürgerinnen und Bürger in Oberkassel führen.

Um Qualitätsverluste für Bürgerinnen und Bürger in bestimmten Stadtteilen zu verhindern, könnte man breitere und längere Straßenbahnen einsetzen. Hierfür müsste an einigen Stellen (z. B. am Bonner Talweg) die Schienenführung geändert sowie einige Haltestellen umgebaut werden. In den Planungen der SWB wird der Investitionsbetrag auf 5 Millionen Euro geschätzt. Angesichts der Kosten für die Anschaffung der Straßenbahnen von 65-70 Millionen Euro ist dies jedoch eine gute Investition in die Zukunftsfähigkeit des öffentlichen Nahverkehrs.

Zur Entlastung bei vorhandenen Kapazitätsengpässen beabsichtigt die Verwaltung zusätzliche Busse einzusetzen. Busse stehen jedoch bei hohem Verkehrsaufkommen im Stau. Außerdem müsste in den Fuhrpark und zusätzliches Personal investiert werden.

Obwohl bereits 2002 im Nahverkehrsplan die Anschaffung von längeren Bahnen festgeschrieben wurde, soll nun von dieser Planung abgewichen werden. Angesichts der durchschnittlichen Lebensdauer von Straßenbahnen von rund 25 Jahren halten es die Sozialliberalen für geboten, durch die Anschaffung von Straßenbahnen mit einer größeren Fahrgastkapazität in die Zukunftsfähigkeit des ÖPNV zu investieren.

http://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/pdf/17/1711921.pdf

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xxnoxx_zaehler

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