Aktuelles
.

Szenario 7 - Oper schließen, Schauspiel und Stadthalle Bad Godesberg erhalten

Oper Bonn

Nachdem mit dem endgültigen Scheitern des Zentralbades ein umstrittenes Vorhaben in Bonn begraben wurde, wirft mit der geplanten Sanierung bzw. Neubau der Oper bereits das nächste kontrovers diskutierte Projekt seine Schatten voraus. Kürzlich haben Experten die Ergebnisse ihres Gutachtens vorgelegt, in dem sechs verschiedene Szenarien zur Zukunft der Oper untersucht wurden. Alle Szenarien sehen den Weiterbetrieb der Oper vor. Da sich die Stadt die Millionensubvention nach unserer Auffassung nicht mehr leisten kann, haben wir ein siebtes Szenario in die Diskussion eingebracht, dass die Schließung der Oper vorsieht.

Die Oper wurde ich in den 1960er Jahren erbaut. Da die Stadt in den vergangenen Jahrzehnten nicht genügend Mittel investiert hat, verfiel zunehmend die Bausubstanz und der Sanierungsstau wurde immer größer. Da aufgrund von erheblichen Brandschutzproblemen erforderliche Maßnahmen nicht weiter aufgeschoben werden konnten, stellt der Stadtrat im vergangenen Jahr bereits 7 Millionen Euro zur Beseitigung der gröbsten Mängel bereit. Damit konnte man sich etwas Zeit erkaufen, nichtsdestotrotz muss eine langfristige Lösung her.

Zunächst sah es danach aus, als sollte das Dilemma durch die Instandsetzung der Oper gelöst werden. Nachdem sich in den Fraktionen jedoch Widerstand regte, wurden Experten mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt. Insgesamt sollten sechs verschiedene Varianten geprüft werden. Neben der Instandsetzung wurden auch Neubauvarianten an verschiedenen Standorten geprüft. Die Ergebnisse des Gutachtens liegen nun vor und werden in den kommenden Wochen in den verschiedenen städtischen Gremien diskutiert. Je nach Variante kommen nach Schätzungen Kosten zwischen 130 und 169 Millionen Euro auf die Stadt zu.

Zwar sollen die Bürgerinnen und Bürger über die Zukunft der Oper mitentscheiden dürfen, offensichtlich haben Politik und Verwaltung aus kürzlich zu Ende gegangenen Bürgerentscheid nicht die richtigen Schlüsse gezogen. Wie genau das Bürgerbeteiligungsverfahren aussehen soll, muss nun von der Verwaltung ausgearbeitet werden. Doch bereits jetzt ist klar, dass die Bürgerinnen und Bürger nicht die grundsätzliche Frage beantworten dürfen, ob sich Bonn die Ausgaben für die Oper noch leisten kann und will oder ob die Gelder in anderen Bereichen nicht sinnvoller verwendet werden können. Parallelen zum Bürgerbeteiligungsverfahren beim Zentralbad drängen sich auf – der Rutschen-Workshop lässt grüßen!

„Über das ‚Ob' des Opernerhalts sollten die Bürgerinnen und Bürger angesichts der Kosten, die mit einer Sanierung bzw. einem Neubau der Oper verbunden sind, unbedingt mitentscheiden können", so Felix Kopinski, Fraktionsvorsitzender der Sozialliberalen. „Dabei spielen noch nicht einmal einzig die Baukosten eine Rolle, sondern bedeutet der weitere Erhalt der Oper automatisch auch, dass die Stadt in den nächsten Jahrzehnten weiterhin einen zweistelligen Millionenbetrag jährlich für den Opernbetrieb aufwenden muss. Rechnet man den städtischen Zuschuss für den Opernbetrieb von derzeit 20 Millionen bei einer jährlichen Steigerungsrate von 2% auf die Nutzungsdauer eines Neubaus von 60 Jahren hoch, kommt man inklusive der prognostizierten Baukosten auf eine Gesamtsumme von fast 2,5 Milliarden Euro", so Kopinski weiter. Zur Erinnerung: Bonn drückt ein riesiger Schuldenberg, der sich auf eine Summe von 2 Milliarden Euro beläuft.

„Mit einem Weiterbetrieb der Oper wird der finanzielle Handlungsspielraum in den nächsten Jahrzehnten erheblich eingeschränkt und der Politik sowie Bürgerinnen und Bürgern jede Möglichkeit genommen, neue haushaltspolitische Akzente zu setzten", so Kopinski. Deswegen haben wir beantragt, dass ein siebtes Szenario mit in die Diskussion aufgenommen wird. Das Szenario sieht vor, dass der Opernbetrieb eingestellt, das Grundstück verkauft und das Schauspielhaus und die Werkstätten in Beuel saniert werden.

Änderungsantrag Zukunftsoptionen für die Infrastruktur des Theaters Bonn


Kommentar zu Szenario 7 - Oper schließen, Schauspiel und Stadthalle Bad Godesber

Kommentar von _Bäderfreund und betroffener von fehlenden Sozialwohnungen am 05.10.2018; 21:11:44 Uhr

Bravo, dieser Antrag hat die Zeichen der Zeit erkannt!

Wenn die Stadt den Bürgern die Kosten bzw. den Betrag des Geldes für die nächsten 50 Jahre nicht verraten will, muss schnell ein initiierendes Bürferbegehren in diesem Sinne eingereicht werden.

Dann muss die Stadt eine Kostenschätzung vorlegen. Gerade im Kommunalwahlkampf kommen dann die Unterschriften bestimmt ganz von selbst zusammen.

Das Gelände der Oper würde sich nebenbei doch auch prima für ein Vorzeigeprojekt 'sozialer Wohnraum in Citynähe' eignen. Mit den Geldern, die unsere Stadt dann zusätzlich hätte, wäre dies und vieles andere gut möglich,

vlg

Kommentar zu Szenario 7 - Oper schließen, Schauspiel und Stadthalle Bad Godesberg erhalten?

Kommentar schreiben:





Spam-Schutz

Aus Gründen der Sicherheit ist dieses Formular mit einem Schutz gegen unerwünschte E-Mails (Spam) versehen.

Damit Sie dieses Formular absenden können, lösen Sie bitte die folgende Aufgabe.



.

xxnoxx_zaehler