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Nach der Oper die Sintflut - Täglich grüßt das Murmeltier aus dem Fass ohne Boden

Geldsegen für die Oper

Da die Beethovenhalle für das große Beethovenjubiläum 2020 nicht rechtzeitig bespielbar sein wird, sucht die Stadt händeringend nach Ersatzspielstätten. Opernintendant Helmich fordert allerdings Ausgleichszahlungen, sollten Veranstaltungen des Jubiläumsfests in der Oper stattfinden müssen. Dies, obwohl der Opernetat wegen des Beethovenjubiläums sogar noch aufgestockt und Sparforderungen extra bis 2023 zurück gestellt wurden. Das Spargutachten der Firma Actori kommt währenddessen zu dem Schluss: Auf Basis der von der Stadt vorgegebenen Kriterien werden auch nach dem Abschluss des Beethovenfests 2020 keine Einsparungen möglich sein. Die Sozialliberalen fordern indes eine Deckelung der Opernsubventionen und befürchten einen Kahlschlag in der freien Kulturszene.

Nachdem 2016 ein „mechanisches Konzertzimmer" für die Oper beschafft wurde (Kosten 2,47 Millionen Euro), wurde in diesem Jahr eine elektronische Beschallungsanlage für den Orchestergraben (Kosten 375.000 Euro) beauftragt. Zusätzlich fordert der Opernintendant eine Opernsanierung im laufenden Betrieb, die zusätzlich 70 bis 100 Millionen Euro verschlingen wird. Dies, obwohl nach wie vor ungeklärt ist, ob das Opernhaus in seiner jetzigen Form überhaupt Bestand haben wird.
„Während in allen anderen Bereichen gespart wird, außer in der Oper, wird dort eine neue Forderung nach der anderen aufgestellt. Nun sollen sogar Ausgleichszahlungen für hoch defizitäre Opernaufführungen erfolgen, die ohne Subventionen der Stadt gar nicht erst möglich wären. Die Haushaltslage der Stadt scheint man in der Oper völlig zu ignorieren", erklärt dazu Felix Kopinski, Fraktionsvorsitzender der Sozialliberalen im Rat der Stadt Bonn. „Mir ist vollkommen schleierhaft, warum Kulturausschuss und Rat immer wieder Sparziele beschließen und dann doch wieder mehr Geld ausgeben."

Besondere Brisanz bekommen die Forderungen des Intendanten, wenn man sich die Umstände vor Augen führt, unter denen sein aktueller Arbeitsvertrag zustande kam. Um den Zugriff auf die Millionensubventionen für die Oper vor einem möglichen Bürgerbegehren zu schützen, hatte Kulturdezernent Schumacher mit dem Arbeitsvertrag des Intendanten eine Budgetzusage über 135 Millionen Euro verknüpft und den Vertrag in einer Nacht-und-Nebel-Aktion unterschriftsreif gemacht. Personalverträge sind rechtlich nicht mehr durch ein Bürgerbegehren angreifbar. Nachdem der Rat den Kulturdezernenten 2016 in einer Ratssitzung mit Verhandlungen zu einer vorzeitigen Vertragsverlängerung beauftragt hatte, war der Vertrag schon keine zwölf Stunden später unterzeichnet.

Das Manöver war anscheinend von langer Hand geplant. Nun erhält der Opernintendant bis 2023 jährlich ca. 30 Millionen Euro, selbst wenn nicht eine einzige Opernaufführung stattfinden sollte. Die Stadtverwaltung hatte sogar eigens Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, um zu klären, ob diese Vorgehensweise legal sei oder ob hier unzulässig ein mögliches Bürgerbegehren gegen die Opernsubventionen sabotiert wird. Die Rechtsgutachten werden von Oberbürgermeister Sridharan bis heute unter Verschluss gehalten.
Die Sozialliberalen machen sich seit Jahren für eine Deckelung der Opernsubventionen stark, die eine der teuersten Opernhäuser von NRW am Leben erhalten und allen anderen Kultursparten die Luft zum atmen nehmen. Dazu erklärt der Fraktionsvorsitzende Felix Kopinski: „Wir werden im Rat immer wieder als Kulturbanausen angegriffen, weil wir die Opernsubventionen beschneiden und umverteilen wollen. Denn wir sind der Meinung, dass auch andere Kultursparten eine Daseinsberechtigung und daher Anspruch auf Förderung haben. Besonders dreist agiert an dieser Stelle übrigens die Linke, wenn Herr Repschläger uns als Populisten bepöbelt, im Kulturausschuss jede Budgetaufstockung für das Opernhaus durchwinkt und nun die durch ihn mitverursachte, monokulturelle Ausrichtung der Bonner Kulturpolitik kritisiert. Wer so schnell die Nase in den Wind dreht, muss einen sehr guten Chiropraktiker haben."


Kommentar zu Nach der Oper die Sintflut - Täglich grüßt das Murmeltier aus dem F

Kommentar von _Ich am 04.05.2018; 10:01:50 Uhr

Die Bonner wollen ihre Oper erhalten!

Die Beschallungsanlage ist notwendig um den Geraeuschpegel fuer die Musiker ertraeglicher zu machen (schon lange ueberfaellig weil gesundheitsschaedlich) und der Intendant wuerde gerne auf die Sanierung verzichten allerdings sind die Feuerschutzbestimmungen unumgaengliche gesetzliche Vorgaben die umgesetzt werdem muessen!
Was die Sozialliberalen in einer vorherigen Ankündigung gerne zur sofortigen Schliessung der Oper missbraucht hätten...
Hier wird von Seiten der Sozialliberalen allerdings polarisiert.
Und taeglich gruesst das Murmeltier ist eher in die andere Richtung zu verstehen.
Gruss an Nimptsch :-S

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