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Abbiegeassistenten erhöhen die Verkehrssicherheit – Sozialliberale fordern Nachrüstung des städtischen Fuhrparks

LKW-Führerhaus

Beim Abbiegen von Lastwagen kommt es regelmäßig zu Unfällen mit Fußgänger und Fahrradfahrern, bei denen die nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer häufig schwere Verletzungen davontragen. Inzwischen gibt es sogenannte elektronische Abbiegeassistenten, die Lastwagenfahrern in Gefahrensituationen vor potenziellen Kollisionen warnen. Bislang basiert der Einsatz dieser Systeme jedoch auf freiwilliger Basis. Die Sozialliberalen fordern, die Fahrzeuge des städtischen Fuhrparks mit Abbiegeassistenten auszustatten und hierfür die notwendigen Mittel im Haushalt bereitzustellen.

Fahrradfahrer und Fußgänger sind im Straßenverkehr nahezu täglich gefährlichen Situationen ausgesetzt. Dabei sind Unfälle mit Kraftfahrzeugen für die ungeschützten Verkehrsteilnehmer oftmals mit gravierenden Folgen verbunden. Insbesondere Kollisionen mit abbiegenden Lastwagen stellen hierbei einen besonderen Gefahrenherd dar. Allein in 2017 sind acht Radfahrer bei derartigen Unfällen ums Leben gekommen. Waren deutschlandweit in 2013 noch 28 Todesopfer zu beklagen, sind es 2017 bereits 38 gewesen – ein Anstieg um 35 Prozent. Laut Unfallforschern könnten 60 Prozent der schweren Unfälle verhindert werden, wenn alle Lastwagen mit sogenannten elektronischen Abbiegeassistenten ausgestattet wären.

Der Abbiegeassistent warnt den Lastwagenfahrer, wenn sich ein Fußgänger oder Fahrradfahrer seitlich des Fahrzeugs befindet. Je nach System kann dies mittels eines Warnsignals auf dem Display, blinkenden Warnleuchten im Führerhaus oder eines akustischen Warnsignals geschehen. Es gibt sogar bereits Systeme auf dem Markt, die ein automatisches Bremsmanöver einleiten, sobald eine Kollision droht. Je nach Modell ist der Einbau eines Abbiegeassistenten mit Kosten von 1500 bis 4000 Euro verbunden.

Bundesregierung, Bundesländer und Interessenverbände wie der ADFC setzten sich für einen verpflichteten Einbau bei allen Lastwagen ein. Hierfür ist jedoch eine EU-weite Regelung erforderlich. Momentan erfolgt die Ausrüstung von Lastwagen mit den Systemen noch auf freiwilliger Basis. Gleichwohl gibt es bereits zahlreiche Einzelhandels- und Logistikunternehmen, die sich zur Nachrüstung ihrer Fahrzeugflotte verpflichtet haben. Ebenso wurde vom Bundesverkehrsministerium (BMVI) beschlossen, bis 2019 alle Fahrzeuge über 3,5t der nachgeordneten Behörden mit den Systemen auszustatten.

Bei der Stadt befinden sich momentan rund 270 Fahrzeuge über 3t (inklusive Feuerwehr und Bonnorange) im Einsatz. Davon ist jedoch keines mit dem Abbiegeassistenten ausgerüstet. Kürzlich wurde im Bürgerausschuss erörtert, ob der städtische Fuhrpark nachgerüstet werden soll, wofür sich die Mitglieder einvernehmlich ausgesprochen haben. Finanzielle Rahmenbedingungen und Fördermöglichkeiten sollen nun von der Verwaltung geprüft werden. Sobald dies geschehen ist, sollte schnellstmöglich mit der Umrüstung der städtischen Fahrzeugflotte begonnen werden. Da bereits jetzt hierfür die notwendigen Mittel im Haushalt bereitgestellt werden müssen, haben die Sozialliberalen einen entsprechenden Antrag in die Ratsgremien eingebracht.

„Wenn heute schon alle Lastwagen auf den deutschen Straßen mit dem Abbiegeassistenten ausgestattet wären, könnten viele Unfälle vermieden und zahlreiche Menschenleben gerettet werden", so Sebastian Kelm, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Sozialliberalen. „Wir fordern von der Verwaltung, dass bei zukünftigen Neuanschaffungen für den städtischen Fuhrpark sichergestellt wird, dass die Fahrzeuge standardmäßig mit den Systemen ausgestattet werden. Ebenso halten wir die Nachrüstung der Fahrzeugflotte, deren Kosten auf einen mittleren sechsstelligen beziffert werden, für sinnvoll und finanziell vertretbar", so Kelm weiter.

http://www2.bonn.de/bo_ris/daten/o/pdf/18/1811756AA5.pdf

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